Geschlechtergerechte Sprache

Die empirischen Studien an der Universität Mannheim (Stahlberg/Sczesny 2001) belegen, dass die ausschließliche Verwendung der männlichen Sprachform zu einem geringeren gedanklichen Einbezug von Frauen führt. In den Experimenten wurde den Probandinnen und Probanden jeweils ein Fragebogen in drei unterschiedlichen Sprachversionen (männliche, weibliche, neutrale) vorgelegt. In der Vorlage mit beiden Geschlechtern wurden mehr weibliche Personen als Antwort genannt, als in der rein männlichen Form, bei der kaum an die Frauen gedacht wurde. Aufgrund der empirischen Forschungsergebnisse fordert Preussler (2004) den Verzicht auf die Verwendung der rein männlichen Form zugunsten der (geschlechts-) gerechten Formulierungen.

Ein häufiges Argument von Gegnern der Umsetzung gendersensibler Sprache ist laut Friesenbichler (2008) folgendes: „Geschlechtergerechter Sprachgebrauch vermag womöglich etwas zu bewegen. Es gibt hingegen viele weitaus wichtigere Bereiche, die Gender Mainstreaming tatsächlich umsetzen können.“ Die Autorin widerspricht dieser Aussage durch das Argument, dass die Sprache das Medium ist, mit dem Menschen denken und ihre Wirklichkeit herstellen und somit durch sie einen großen Einfluss auf sich selbst und andere ausüben: „Versuchen wir, sprachlich Chancengleichheit aufzutun, so gelingt es uns ein Stück weit, diese Traditionen mit ihren alten Rollenvorstellungen, die durch die Sprache ungebrochen weitervermittelt wurden, aufzubrechen“.

Zahlreiche Anleitungen zu geschlechtergerechtem Sprachgebrauch sind im Internet erhältlich. Zum Beispiel unter http://de.wikipedia.org/wiki/Geschlechtergerechte_Sprache.